Ss 2008

Falar Verdade a mentir von Almeida Garrett

I.
Joaquina ist zusammen mit der reichen Familie Ferreira, bei der sie angestellt ist, soeben aus Porto in Lissabon eingetroffen. Im Hotel, wartet sie nun zusammen mit dem Zimmermädchen Laurinda auf ihren Verlobten, José Félix. Als dieser endlich auftaucht, beschwatzt er sie erst eine Weile lang mit übertriebenen Liebesschwüren in schlechten Metaphern, bis Joaquina ihn genervt unterbricht, denn sie muss etwas sehr Wichtiges mit ihm besprechen: ihre Herrin, die junge Amália Ferreira steht kurz vor der Vermählung mit Duarte Guedes, einem verarmten Adligen. Joaquina hatte jedoch auf der Reise von Porto nach Lissabon das unbestimmte Gefühl, dass irgendein Hindernis der Hochzeit im Weg steht, und fürchtet nun, die Hochzeit der beiden könnte platzen, was auch für sie und José Félix ernste Folgen haben würde: denn Amália hat ihnen, sobald ihre eigene Hochzeit vollzogen sei, eine Mitgift von 100 Goldstücken versprochen. Als José Félix von dieser für ihn astronomisch hohen Mitgift erfährt, trifft er den festen Entschluss, alles dafür zu tun, dass die Hochzeit zwischen Amália und Duarte stattfinden kann.
Amália kommt und bestätigt Joaquinas Verdacht: tatsächlich ist ihre Mutter, Dona Antónia Ferreira, Duartes einzigem Laster auf die Spur gekommen: er lügt, wo immer er kann. Sie droht nun, die Verlobung zwischen Duarte und ihrer Tochter zu lösen, sollte sie Duarte auch nur noch bei einer einzigen Lüge ertappen. Amália ist verzweifelt. Joaquina, José Félix und Laurinda versprechen ihre Unterstützung bei dem schwierigen Unterfangen, Duartes Lügen so gut es geht vor seiner Schwiegermutter in spe zu verbergen.
Doch Duarte ist bereits dabei, Dona Antónia eine seiner Lügengeschichten aufzutischen: sie fragt ihn nach dem General Lemos, einem guten Freund seines Vaters, und auch ein Bekannter der Ferreiras. Duarte beteuert, dass er täglich bei diesem alten Freund der Familie zu Mittag speise - Amália und Joaquina jedoch sind sich sicher, dass dies eine Lüge ist.
Das Gespräch kommt auf das Hotel, in dem sie sich befinden. Dona Antónia bringt zum Ausdruck, dass sie lieber am Cais do Sodré wohnen würde, was Duarte zum Anlass nimmt, von seinem Haus, welches zufällig direkt am Cais do Sodré liege, zu schwärmen. Begeistert will Dona Antónia die Einladung annehmen - da fällt Duarte ein, das er das Haus, welches in Wirklichkeit natürlich gar nicht existiert, leider gerade gestern verkauft habe - an einen gewissen Tomás José Marques.
Während Dona Antónia durch einen Brief abgelenkt ist, macht Amália Duarte Vorhaltungen, dass er ohne Unterlass lüge. Duarte versteht ihre Besorgtheit, rechtfertigt sich jedoch damit, dass die Wirklichkeit zuweilen so langweilig sei, dass er der Versuchung nicht widerstehen könne, sie etwas "auszuschmücken".
Dona Antónia bittet Duarte, ob er ihr etwas Geld leihen könne. Duarte stottert, er habe gerade keinen Pfennig, außerdem habe er das Geld für sein Haus noch nicht erhalten, da er zudem beim Käufer des Hauses - wie hieß er noch gleich? - Schulden habe und dieser somit nur einen Teil der Summe - wie viel war es noch gleich? - zu zahlen habe. Duarte verheddert sich in seinen Lügen und Dona Antónia ist kurz davor, misstrauisch zu werden, als ….
… plötzlich José Felix verkleidet als Tomás José Marques auftaucht. Dona Antónia ist überrascht, dass Duarte offenbar doch die Wahrheit gesagt habe - doch viel fassungsloser ist Duarte selbst, der nicht damit gerechnet hatte, dass seine Lüge diesmal Wahrheit werden würde. Als er sich wieder gefangen hat, versucht er, ganz normal mit dem Unbekannten über die Geschäfte zu plaudern, auch wenn er sich nicht erklären kann, welcher deus ex machina ihm da aus der Patsche geholfen hat.
Weiter plaudern Duarte und Dona Antónia miteinander. Duarte erzählt die Geschichte einer Marquise, die er in Brasilien kennengelernt habe - Joaquina und Amália werden hellhörig: sollte eine weitere Verkleidung, diesmal von Laurinda, nötig sein? José Félix und Laurinda machen sich bereit für ihren nächsten Auftritt. Doch da berichtet Duarte, dass die betreffende Marquise bedauerlicherweise bei einem Schiffsunglück in Rio de Janeiro ums Leben gekommen sei.
Joaquina versucht umgehend, Laurinda und José Félix zu warnen - doch zu spät: Laurinda steht bereits als Marquise verkleidet im Salon. Amália und Joaquina bleibt fast das Herz stehen - was wird nun passieren? Dona Antónia und Duarte sind ebenso erschrocken - die Totgeglaubte steht plötzlich vor ihnen! Einzig Laurinda, die von nichts weiß, plaudert fröhlich mit brasilianischem Akzent. Als sie schließlich das Missverständnis begreift, erfindet sie blitzschnell eine fantastische Geschichte, wie sie den Schiffbruch schließlich doch überlebte.
Als sie endlich wieder weg ist, atmen alle auf - Dona Antónia hat keinen Verdacht geschöpft. Erneut kommt das Gespräch auf den General Lemos, erneut äußert Dona Antónia ihren Wunsch, diesen alten Freund (zu dem Duarte seit Jahren keinen Kontakt mehr hat) besuchen zu gehen. Nur mühsam kann sie davon abgebracht werden - durch die Lüge, dass Duarte mit Freunden zum Mittagessen verabredet sei. Doch Dona Antónia bleibt stur - da erzählt Duarte ihr in seiner Not, dass er noch vor dem Mittag ein Duell leisten müsse mit einem Engländer - Lord Coockimbroock, den er bei einer Gesellschaft vor einigen Tagen aus Unvorsicht verletzt habe.
 
INTERVALO - PAUSE
 
II.
José Félix tritt in seiner zweiten großen Rolle als Lord Coockimbroock auf und fordert Duarte, "wie abgemacht" zu Duell heraus. Duarte ist sprachlos - schon wieder hat sich seine Lüge in Wahrheit umgewandelt! Doch er nimmt die Aufforderung zum Duell an - im letzten Augenblick kann Amália die beiden trennen. Zur "Versöhnung" lädt Duarte José Félix alias Lord Coockimbroock zum Mittagessen ein, das Joaquina bereits angerichtet hat. "Sie lassen mich nicht mehr lügen!", beschwert Duarte sich.
Joaquina bleibt alleine zurück und lässt die vergangenen aufregenden Stunden Revue passieren. Sie beschließt, dass José Félix nun noch eine letzte Figur darstellen müsse, um Dona Antónias Misstrauen vollends aus dem Weg zu schaffen: den General Lemos. Doch noch während sie sich das vornimmt, betritt inkognito der echte General Lemos den Raum und wünscht, mit Dona Antónia oder mit Duarte zu sprechen.
Im Gespräch zwischen Dona Antónia und dem General stellt sich heraus, dass Duarte in den drei Monaten, die er bereits in Lissabon weilt, nicht einmal im Hause des Generals war. Dona Antónia ist empört und kündigt an, die Verlobung mit ihrer Tochter zu lösen. Der General, der eigentlich gekommen war, um sein Hochzeitsgeschenk zu bringen, versucht vergeblich, sie zu beschwichtigen.
Duarte gesellt sich zu den beiden. Durch eine List Dona Antónias wird deutlich, dass er den vor ihm Stehenden nicht als General Lemos erkannt hat. Doch gleich beteuert er, dass er ganz sicher am Tage zu vorher bei einem General Lemos gespeist habe, der jedoch offenbar ein anderer war als dieser hier… Der General wirft ein, dass es in Lissabon mit dem Namen Lemos außer ihm nur seinen Cousin, Francisco de Lemos gebe.
Das ist das Stichwort für José Félix, den zweiten General Lemos…
Werden die drei es schaffen, Dona Antónia zu überzeugen und die Hochzeit zu retten? Oder fliegt am Ende alles auf??

Mitwirkende
Música - Musik: Sara Dias, Filipe Dias, Marcelo de Figueiredo
Regieassistenz: Cristiana Menezes, Denise Coutinho Endringer
Gesamtleitung: Elisa Tavares
Luz e Som - Licht und Ton: Noureddine Tarda
Cartaz - Plakatentwurf: Sonja Männel
Programa - Programmheft: Christiane Abele
 

Vorstellungen
25. und 26. Juli 2008 um 19.30 Uhr im Theatersaal der Alten Universität